Von der Corona-Angst ins Mitgefühl

Hallo ihr Lieben, 
ich möchte einen Aspekt bzgl. Corona beleuchten, der mir persönlich von der ANGST ins MITGEFÜHL verhilft.
Ich habe mich wochenlang gefragt, wie es sein kann, dass Menschen, die ich schon sehr lange kenne (oder dachte zu kennen) komplett anderer Auffassungen bezüglich Corona sind, als ich.  

Ich sehe, dass Corona unser aller Grundbedürfnis nach Sicherheit sehr stark beeinflusst.  Ich stelle immer wieder fest, dass eine Angst in mir und in anderen  Menschen getriggert wird, auf die das Gehirn reagieren muss, weil es sich bedroht fühlt.  Auf Bedrohung wird aus evolutionärer Sicht noch immer mit den drei Reaktionen Angriff, Flucht, Totstellen reagiert.  Ich erlebe mit meinen Klient*innen, Freund*innen und mit mir selbst, dass zunächst unreflektiert immer wieder mit den erlernten Überlebensmustern reagiert wird, die im allerersten Bezugssystem (Familie) gebildet wurden, um zu überleben, sich zu orientieren und einer Gefahr entgegen zu stellen. Diese alten Gefühle von tiefer Ohnmacht, Wut, Verzweiflung… werden mit dieser Gefahr von außen (Corona) wieder nach oben befördert und mit den alten Überlebensstrategien versucht zu bewältigen.  Stellvertretend für das alte Familiensystem wird nun auf das Staatssystem (die Beschränkungen und staatliche Maßnahmen) reagiert.  Es braucht Reflexion und Wachheit, um zu erkennen, dass alte Verletzungen getriggert werden durch die (gefühlte) Bedrohung.   

Ich mache die Erfahrung, dass Menschen, die das erste Bezugssystem (Familie) eher als bedrohlich, gefährlich und unsicher empfunden haben und dadurch ein überlebenswichtiges Misstrauen gegenüber Menschen entwickeln mussten, auch jetzt eher voll Misstrauen, Unsicherheit und dem Gefühl Grenzverletzungen zu erleben, auf das System Staat und Staatsführung reagieren.  Anders herum, wenn erlebt wurde, dass das familiäre System und die geltenden Regeln eher als haltgebend und Sicherheit vermittelnd erlebt wurde, auch das Staatssystem eher akzeptiert wird.  Auch spielt es eine Rolle, ob generell eher ein Fügen im System stattgefunden hat oder Rebellion gelebt wurde gegenüber den Eltern. Auch Totstellen (Leugnen) kann als Konzept und Muster erlernt worden sein.
Für mich macht es deshalb großen Sinn, dass sich jeder Einzelne zunächst seiner ersten Angststrategie widmet und erkennt wo er gerade tief in der Ohnmacht, Wut, Verzweiflung,… getriggert wird durch Corona. Denn wenn wir unsere momentane Angst selbst würdigen, erkennen und zu uns zurück holen, können wir anderen gegenüber treten und verstehen, dass auch sie (meist unbewusst) nur ihre alten Strategien abrufen.   

Wenn ich reflektiere und mir über diese Zusammenhänge klar zu werden, finde ich eine Position, die aus klarem Geist, Intuition und Herz kommt. ❤️  

Dieser Artikel beinhaltet meine Erkenntnisse aus therapeutischer Sicht und aus ist entstanden aus Gesprächen, die ich täglich führe. Es ist ein Aspekt meiner Wahrheit und der Versuch das momentane Phänomen der unterschiedlichsten Strömungen an Reaktionen auf und mit Corona aus der Perspektive der ANGST zu beleuchten. 
Es ist mir ein großes Anliegen ins MITGEFÜHL zu gehen, mit jedem einzelnen Menschen UND gleichzeitig Position für meine Werte zu beziehen. 

Liebe Grüße eure Eva

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